Der alte Glanz wird wiederbelebt

Das Dampfschiff „Rotterdam“ hat vom 25. November 2005 bis 10. Februar 2006 in Cadiz für eine große Sanierung der Außenseite gelegen. Im Trockendock 4 der Navantia-Werft hat es seine ursprüngliche graue Rumpffarbe zurückerhalten. Die Malerarbeiten wurden durch „Hempel’s Marine Paints“ ( www.hempel.nl ) ausgeführt. Die „Rotterdam“ ist am 2. September in Wilhelmshaven in Deutschland angekommen, um dort weitere Renovierungsarbeiten zu erfahren.

Die „Rotterdam“ wurde 1959 gebaut und ist das größte Passagierschiff, das jemals in den Niederlanden entstanden ist. Weiter zählte es zu den erfolgreichsten Schiffen, die jemals die Weltseen befuhren. Das Schiff hat seinen ursprünglichen Charakter völlig bewahrt (sowohl innen als auch außen) und ist noch stets in einem zufriedenstellenden Zustand. Unter dem Namen „Rembrandt“ lag sie von September 2000 im Hafen von Freeport auf den Bahamas still. In Anbetracht des Alters des Schiffes und der Entwicklungen in der Kreuzfahrtschifffahrt ist die Gefahr groß, dass das Schiff abgewrackt wird.

Vor diesem Hintergrund wurde im Mai 2001 die Stiftung „Erhaltet das Dampfschiff Rotterdam“ gegründet. Es war die Absicht der Stiftung, einen Anstoß zu geben, das Schiff in die Niederlande zurückzuholen und eine dauerhafte kulturhistorisch verantwortliche Instandsetzung zustande zu bringen. Mit dem Ankauf durch „De Rotterdam BV“, siehe www.derotterdam.com, ist das vorrangige Ziel der Stiftung erreicht. Es gibt aber noch viel Arbeit zu verrichten und die Stiftung will dauerhaft eine aktive Rolle in diesem großen Projekt spielen. 2007 soll die „Rotterdam“ im Maashaven in Rotterdam anlegen.

Die Geschichte des Dampfschiffes „Rotterdam“

Mit einem deutlich ausgesprochenen „Ich gebe dir den Namen Rotterdam und wünsche dir eine sichere Fahrt“ taufte Ihre Majestät Königin Juliana am 13. September 1958 den neuen Stolz der niederländischen „Koopvaardijvloot“, wonach das Dampfschiff unter großem Interesse vom Rotterdamer Trockendock vom Stapel ging. Nicht ganz ein Jahr später, am Donnerstag, 3. September 1959, hat das Dampfschiff „Rotterdam“ zum ersten Mal den Hafen von Rotterdam mit dem Ziel New York verlassen. Unter den geladenen Gästen befand sich die damalige Kronprinzessin Beatrix. Das Schiff wurde damals präsentiert mit dem Slogan „Das Schiff von morgen … schon heute!“ In einem Zeitraum von rund vier Jahren zwischen der Auftragsvergabe an den Rotterdamer Trockendockbetrieb und der Übergabe an die Holland-Amerika-Linie entstand das größte Passagierschiff, das jemals in den Niederlanden gebaut wurde. Es hatte einen zukunftsorientierten Entwurf. Zahlreiche renommierte Architekten und Künstler haben an der Einrichtung des Schiffes mitgearbeitet, wodurch es zu einem fahrenden Kunstwerk wurde.

1971 verließ das Dampfschiff „Rotterdam“ seinen Heimathafen für seine letzte transatlantische Überfahrt. Seit dieser Zeit machte das Schiff ausschließlich Kreuzfahrten, darunter mehrere zehn Weltreisen. Dabei ist es bemerkenswert, dass das Schiff immer zeitgemäß blieb. Es mussten nur wenige Räume angepasst werden. Die Passagiere blieben dem Schiff treu, viele wiederholten eine Fahrt.

Das Dampfschiff „Rotterdam“ ist rund 38 Jahre sehr erfolgreich unter niederländischer Flagge für die Holland-Amerika-Linie gefahren. 1997 wurde das Schiff durch ein inzwischen in amerikanische Hände gekommenes Unternehmen durch ein neues Schiff mit dem gleichen Namen ersetzt, aber dieses hat eine ganz andere Bestimmung.

Die Stadt Rotterdam unternahm vergebliche Bemühungen, um die alte „Rotterdam“ in die Niederlande zu holen. Das Schiff wurde gekauft durch die amerikanische Reederei „Premier Cruises“, die ihm den Namen „Rembrandt“ gab. Unter diesem Namen besuchte das Schiff im Oktober 1998 nach 27 Jahren noch einmal die Wilhelminakade in Rotterdam.

Leider kam „Premier Cruises“ nach drei Jahren in finanzielle Schwierigkeiten und die alte „Rotterdam“ wurde zur Ruhe gelegt. Seit September 2000 liegt das Schiff in Freeport auf den Bahamas. Lange Zeit war die Zukunft unsicher, es gab unterschiedliche Pläne. So sollte das Schiff wieder in einem besonderen „time-share“-ähnlichen Marketingkonzept fahren. Und es gab Pläne, um das Schiff in Amsterdam anlegen zu lassen und es dort als Hotel- und Kulturzentrum zu benutzen. Es passierte allerdings nichts und die Chance wurde jeden Tag größer, dass das Schiff verkauft würde, um es abzuwracken.

Im Mai 2003 wurde das Dampfschiff „Rotterdam“ durch die „Dampfschifffahrt Rotterdam BV“, Teil des RDM-Konzerns, aufgekauft. Hierdurch wurde dem Abwracken des Schiffes vorgebeugt. Am 12. Juli 2004 kam das Schiff bei der Cammell Laird Werft in Gibraltar an, um eine Asbestsanierung und weitere Sanierungsarbeiten zu erhalten. Im September 2004 kam die Dampfschifffahrtsgesellschaft Rotterdam in die Hände des Hafenbetriebes Rotterdam, der ankündigte, das Schiff verkaufen zu wollen. Am 7. Dezember 2004 wurde die Insolvenz der Dampfschifffahrtsgesellschaft Rotterdam verkündet. In dieser Folge begann der Hafenbetrieb Rotterdam am 16. Dezember 2004, mit dem Hotel „Cruiseship Operations 2 (HCO2)“ Verhandlungen aufzunehmen, das das Schiff im Maashaven als Hotel, Restaurant und Kasino nutzen wollte. Im April 2005 machte HCO2 bekannt, dass alle asbesthaltigen Teile aus dem Schiff entfernt werden sollten. Die Vorbereitungen dazu machten aber deutlich, dass dies nicht bezahlbar war. Am 15. Juni 2005 machte HCO2 bekannt, sich von dem Unternehmen zurückzuziehen. Daraufhin hatten „Woonbron“ und „Eurobalance BV“ beschlossen, das Schiff zu kaufen und es im neuen Unternehmen „De Rotterdam BV“ unterzubringen. Am 30. Juni wurde bekannt gemacht, dass dieses Unternehmen das Schiff asbestsicher machen und ihm eine Dockinspektion geben lässt. Nach dieser Inspektion in Cadiz liegt das Schiff nun in Wilhelmshaven zur weiteren Renovierung. Im Jahr 2007 soll das Schiff nach Rotterdam kommen und dort die Gelegenheit bieten, dort zu wohnen, zu lernen und sich zu erholen in Zusammenarbeit mit u. a. dem „Albeda College“. Weiter sollen Führungen auf dem Schiff stattfinden.

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